Ihre Apotheke in Mitterfels

Wir haben für Sie umgebaut. Ab sofort strahlt die St. Georgs-Apotheke in neuem Design!

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Wir sind gerne für Sie da!

 

 

 

175 Jahre in Mitterfels

St. Georgs Apotheke

Gegr. 1840

 

1848 Gasthof "Zur Post"

1852 "Holzhaus, Burgstraße"

1977 Burgstraße 66

 

 

Mit einer Aktionswoche „Gesundheitskompetenz ganz nah" beging die Sankt-Georgs-Apotheke in Mitterfels vom 20. bis 25. Juli 2015 ihr 175-jährige Bestehen. Grund für uns, der Entstehungsgeschichte der Apotheke nachzugehen, aber auch die rasanten Veränderungen im Managementsystem einer heutigen Apotheke von einer kompetenten Fachkraft, der Leiterin der Sankt-Georgs-Apotheke Susanne Liebl, aufzeigen zu lassen.

Franz Wartner - Jedem Landgerichtsbezirk eine Apotheke (1816/1840)

frühere Hauptstraße

Auf einer Postkarte von 1903, die die frühere Hauptstraße (jetzige Burgstraße) und die damalige Pfarrkirche St. Georg zeigt, ist die St. Georgs-Apotheke ganz links zu erkennen. 125 Jahre war die Apotheke hier untergebracht, auch eine Jubiläumszahl.

„Jedem Landgerichtsbezirk eine Apotheke" - so beschloss es die Generallandesdirektion im jungen Königreich, als man sich genötigt sah, die nach der Klosteraufhebung 1803 freigewordenen Klosterapotheken neu zu verteilen. Es bestand ein echter Bedarf, denn das runde Dutzend selbständiger Apotheken in Niederbayern konzentrierte sich auf nur wenige Städte. Auf dem flachen Lande verfügten Landärzte und Bader über sogenannte Handapotheken mit großenteils selbstgefertigten Arzneien. Mit der breiten Streuung selbständiger Apotheken sollte die Führung von Handapotheken nach und nach eingeschränkt und nur noch für abgelegene Gebiete zugestanden werden.

Der Landgerichtsbezirk Mitterfels erhielt 1816 eine eigene Apotheke. Sie hatte sich im größeren Marktflecken Bogen angesiedelt. Mit der Abtrennung Bogens zu einem eigenen Landgerichtsbezirk (1838) ergab sich für Mitterfels erneut ein Bedarf. 1840 wurde dem Bogener Apotheker von Sicherer die Errichtung einer Filialapotheke in Mitterfels genehmigt. Er scheint aber nicht allzu viel Freude damit gehabt zu haben; denn elf Mal innerhalb von acht Jahren wechselte der Verwalter. Er veräußerte die Apotheke 1848 an den bereits privatisierenden Apotheker Josef Traub aus München. Gleichzeitig genehmigte die Regierung die Anhebungzu einer selbständigen Apotheke Mitterfels. Untergebrachtwurde diese zunächst in einem Eckzimmer des Gräfl. Bray'schen Gasthauses, heute „Zur Post"; Graf von Bray war seit 1845 Nachfolger des Barons von Berchem in Steinburg.

Traub verkaufte die Apotheke noch im gleichen Jahr an Gottfried Bromer. 1852 erfolgte Weiterverkauf an Ludwig Prugger aus Passau. Dabei erfahren wir erstmals auch von einem Hauskauf um 12.500 Gulden. Es scheint also bereits der Umzug in das schöne Holzhaus in der Burgstraße erfolgt zu sein (es gab in Mitterfels 1983 nur noch drei dieser Art). 1870 erwarb Luitpold Burger die Apotheke, Angehöriger einer in Mitterfels und Straubing gut bekannten Familie. Es war noch eine stabile Zeit: der Kaufpreis von 14.000 Gulden unterschied sich nur wenig von dem vor 18 Jahren.

Joseph Reinboldt hatte die St. Georgs- Apotheke 1903 übernommen.

Apotheker Heribert Brands mit seinem Team in der alten St. Georgs-Apotheke in der Burgstraße

St. Georgs-Apotheke im Jahre 1907 - ein nicht coloriertes, nicht geschöntes Foto der Mitterfelser Hauptstraße

alte St. Georgs Apotheke

Die „alte“ St. Georgs-Apotheke in der unteren Burgstraße

Die weiteren Apotheker in den nächsten Jahren: 1886 Gottfried Riemhofer aus Pfaffenberg; dann 1897 Dr. Carl Kohler aus Erlangen. Der Kaufpreis betrug jetzt schon 55.000 Reichsmark. An Kohler erinnerte sich noch der spätere Münchner Stadtschulrat Bauer, der einige Hilfslehrerjahre in Mitterfels verbracht hatte: Kohler hatte den jungen Lehrer öfters zum Forellenfischen mitgenommen. 1903 kam der junge Apotheker Joseph Rheinboldt aus Bamberg nach Mitterfels. 50 Jahre wirkte er hier und wurde so zu einer Symbolfigur der St. Georgs-Apotheke. Er wurde ein Mitterfelser durch und durch, stand mitten im öffentlichen Geschehen, war im Gemeinderat, war Kassenverwalter der Gemeinde und ein maßgebender Fürsprecher in Wasserversorgungsangelegenheiten. In seinen Mußestunden befasste er sich mit der Radiotechnik, schon in einer Zeit, in der die meisten noch keinerlei Vorstellungen davon hatten. [Zu diesem Thema wird im nächsten MM 23/2017 Günter Spießl einen Beitrag erstellen.] Im Gemeindeboten Nr. 12 von 1953 konnte der junge Bürgermeister Albert Dietl jun. dem Apotheker i. R. Joseph Reinboldt zu dessem 80. Geburtstag und der Gemeinde zu einem Bürger gratulieren, der in 30 Ehrenämtern sehr viel für das Gemeinwohl getan hatte.

1954 kam Bruno Kalten, ein Pommer. Er schuf sich ein zweites Wohngebäude hoch über dem Talgrund. 1966 erwarb Heribert Brands den gesamten Besitz. Er war gebürtiger Koblenzer und hatte die vorausgegangenen acht Jahre die Löwenapotheke zu Straubing betrieben. Die Mitterfels erlernten in ihm nicht nur einen hilfsbereiten Apotheker, sondern auch einen strammen Reitersmann und den Hersteller eines köstlichen, als „Wampenhilf" gepriesenen Elixiers kennen. Der Entwicklung des Ortes folgend, entschloss er sich zu einer großzügigen Modernisierung und Verlegung in die neuen Räume im Hause Seebauer (1977). Die Tradition der Apotheke blieb weiterhin im Namen gewahrt: Auf der breiten Hausfront erstrahlte in großer Leuchtschrift: „Skt. Georgs-Apotheke, gegr. 1840".

1979 wurde die „Skt. Georgs Apotheke" von Werner Höning aus Weiden übernommen, der sie bis 2014 betrieb. Seit Juli 2014 wird sie von Apothekerin Susanne Liebl weitergeführt.

Der Chronik Markt Mitterfels entnommen und ergänzt.

Susanne Liebl - Technische Hilfe in Management und Logistik bringt Zeit für Betreuung der Kunden

Adler Apotheke

2002 übernahm Susanne Liebl von Apothekerin Christa Kreutziger die Adler-Apotheke und wechselte 2014 in die St. Georgs- Apotheke, als Werner Höning in den Ruhestand ging.

Schon in den Jahrzehnten von 1980 bis 2000 hielt dieTechnik Einzug in die Mitterfelser Apotheke. Nach und nach  wurden die Warenbestände per EDV erfasst, Bestellungen per Telefon durch automatische Bestellung aus dem Computersystem abgelöst und die bekannte Registrierkassedurch computergestützte Einzelkassen ersetzt.

Die Technik hat mittlerweilen jede Apotheke voll im Griff und ohne sie wäre das zuverlässige Arbeiten nicht mehr möglich. Ob es die Kontrolle von Verordnungen auf Wechselwirkungen und die Auswahl der richtigen Herstellerfirma eines Arzneimittels sind oder das Anfertigen von speziellen Mischungen, bei jedem Arbeitsgang wird die Hilfe der  Technik benötigt. So kann z. B. eine Medikamentenbestellung, die bis 13 Uhr Mittag beim Lieferanten eintrifft, schon ab ca. 15:30 Uhr in der Apotheke abgeholt werden. Kurze Übermittlungswege (inzwischen über das Internet) und schnelle bzw. direkte Anfahrt durch die Lieferanten ermöglichen eine schnelle und unkomplizierte Arzneimittelversorgung der Bevölkerung.

Durch diesen „Zeitgewinn" in den Apotheken und die Entlastung des Personals bleibt mehr Zeit für die Beratung und Betreuung der Kunden. Deshalb bietet die St. Georgs-Apotheke Mitterfels spezielle Beratung zu Asthma, Diabetes, Homöopathie und Naturheilkunde, Arzneimittel-Wechselwirkungen, die Messung von Blutdruck und Blutzucker und vieles mehr an. Das pharmazeutische Personal (Apotheker und PTA) bilden sich ständig weiter, um den Kunden alle wichtigen Informationen zu ihren Arzneimitteln geben zu können. Die Einführung eines Qualitäts-Management-Systems in den Apotheken ist mittlerweilen Voraussetzung, um Pflegeheime, Krankenhäuser und weitere Einrichtungen beliefern zu können.
Es gibt aber auch heute noch traditionelle Dinge, die eine Apotheke regelmäßig durchführt: viele besondere Salbenmischungen, spezielle Zäpfchen und Kapseln sowie Teemischungen werden durch die Mitarbeiter in der Apotheke individuell hergestellt. So bleibt noch ein wenig traditionelles Flair mit dem besonderen Geruch einer ursprünglichen Apotheke erhalten.

Einrichtung der Apotheke heute

Ein Blickpunkt an der Einmündung der Burgstraße in die Straubinger Straße ist der Apothekergarten.

Team

Susanne Liebl (6. von rechts) und ihr Team bei der Jubiläumswoche zum 175-jährigen Bestehen der St. Georgs-Apotheke 2015

Heribert Brands - Die kgl. priv. Bauernapotheke vom hl. Georg

historische Einrichtung

Die historische Einrichtung der St. Georgs-Apotheke hat einen eigenen Raum im Burgmuseum bekommen.

Wer kennt noch die alte, gute Apotheke mit dem mystischen Lichte der geheimnisvollen Dämmerung und den dazugehörigen Gerüchen nach ausländischen, überirdischen Düften. Wer sieht noch die alten Gefäße und vielen Flaschen mit dem für uns undefinierbaren, aber scheinbar zauberhaften Inhalt. Wer wartet noch auf seine Arznei geduldig in dem Halbdunkel einer Sitzecke auf der alten Truhe, auf die Geräusche horchend beim Fertigen der Pillen in der sonst so stillen  Offizin.
Da ist das gutmütige, greisenhafte Haupt des Apothekers mit den wissenden, klaren Augen, der nach Begehr und Wunsch fragt. Es sind alte Leute, meist aus der umliegenden Gegend, die in ihren ländlichen, sonntäglichen Anzügen zu Fuß, mit dem Fahrrad oder gar auf dem Gäuwagerl hereinpilgerten. Jeder von ihnen hat seine Sonderanliegen, zum Teil auf Wunschzetteln geschrieben, manchmal recht umständlich und zaghaft hervorgestottert, manchmal auch recht resolut vorgetragen: „Tabletten möcht i." „Darf ich fragen, was für Tabletten Sie meinen?" „Ja, zum Einnehmen. Weiße
warn's, in einem blauen Schachterl drin." „Nein, ich meine für welche Krankheiten." „Für alles! - Wenn ich's seh, nacha woaß ich's scho." Alsdann lässt man ihm halt die Freud, zeigt ihm die vielen Schubladen und bittet ihn, sich alles nur gut anzuschau'n. Zögernd geht er um den Handverkaufstisch herum, und nach kurzem Überlegen zieht er eine Schublade heraus. Doch welche Vielfalt von Farben und Schachteln! Und mit einem „I sichs scho, Ihr habt's es nöt", gibt er allzu schnell auf. Der Apotheker, mit Umgang und Ausdruck vertraut und wohl wissend, was er meint, öffnet ihm die Schublade mit den vielerlei Schmerztabletten. Da hellt sich sein Gesicht auf und er greift nach einer Packung: „Ja, da habt's ös ja doch!"
Die Tür geht auf, eine aufgeregte Landfrau kommt herein mit einem sehr missmutigen Gesicht, und mit einer energischen Handbewegung wirft sie uns eine leere 10er-Packung Vaginalzäpfchen auf den Tisch. Sie behauptet, dass die Dinger gar nichts geholfen haben, und sie möchte wieder so eine Schachtel. Während sie der Apotheker ob solcher Widersprüchlichkeit ratlos anschaut und nach einer geeigneten Frage sucht, schreit sie: „Jetzt friss i scho die dritte Packung von dem Kako und nixn hilft!" In diesem Falle ernst zu bleiben und die Anwendung der Zäpfchen gebührend zu erklären, bedarf es schon einer außerordentlichen Geschicklichkeit.

 

Mehr an schwungvolle „Doktorschrift" gewohnt, erfordern Zettelchen wie dieses doch einiges Nachdenken. Der Leser  mag sich fragen, warum das alte Mutterl seine Trinkmilch ausgerechnet in der Apotheke suchte.

 

Aus: Bilder erinnern - Alte Geschichten . . . Druck und Verlag Franz Stolz, Mitterfels, 1983

Brief

1962 geschrieben: da wird unsere „Patzientin" heute wohl kaum mehr eines „Pfefer Mintz Thees" bedürfen. Nicht nur zum Schmunzeln fügen wir dieses Brieflein bei: es spricht daraus auch so viel Vertrauen zu ihrem „Doktor" (so haben Landleute den Apotheker oft angesprochen). Vertrauen aber ist schon eine halbe Medizin - und dies nicht allein in alter Zeit.

Luftaufnahme von Mitterfels,1941. Die St. Georgs-Apotheke ist mit einem Pfeil gekennzeichnet.

Luftaufnahme